Royal Alpaca - Simon und Andrea Klink 
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Auf den folgenden Seiten möchte ich auf Details eingehen die natürlich für jeden zugänglich sind. Doch dies braucht natürlich etwas Zeit zu lesen.
Themen
Fütterung
Da ich in meiner Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister so einiges über die Fütterung von Wiederkäuern gelernt habe, möchte ich hier etwas dazu schreiben. Das erlernte wurde meistens auf Rinder bezogen, und von daher vielleicht nicht unbedingt 1:1 übertragbar auf Alpakas.
Ein Wiederkäuer braucht als erstes Struktur um die Pansenaktivität aufrecht zu erhalten. Das heißt, das der Pansen durch das rauhe, stupfelige Futter (Raufutter) angeregt wird, die Futterballen über die Schlundröhre wieder in das Maul des Tieres zu befördern. Dort wird das Futter nochmals kräftig zerkleinert und auch ganz wichtig eingespeichelt. Dieser Speichel sorgt für den optimalen PH- Wert im Pansen der für Pansenmikroben lebenswichtig ist. Ja, ein Wiederkäuer verdaut über Bakterien. Diese Bakterien bauen Nährstoffe, die der Körper nicht aufnehmen kann in solche um, die der Körper aufnehmen kann, bzw. die Bakterien werden selbst im Dünndarm verdaut. Struktur besteht hauptsächlich aus alten Pflanzenteilen in denen bereits Lignin eingelagert wurde. Dies kann auch in älterem grünen Gras genügend vorhanden sein, so das man hier nicht unbedingt Heu zufüttern muß. Doch ist das Gras zu alt, enthält es kaum noch Nährstoffe um den Bedarf zu decken.
Als Hauptnährstoffe sind Energie und Eiweiß zu nennen, die in einem ausgewogenen Verhältnis vorhanden sein sollten. Die Nährstoffe können in unterschiedlichen Formen vorliegen z.B. Energie als Zucker (Glukose), Stärke oder Rohfaser (Lignin). Diese Formen werden auf unterschiedliche Art und Weise und Geschwindigkeit vom Tier aufgenommen. So wird zum Beispiel der Zucker sehr schnell im Pansen abgebaut, hingegen die Stärke je nach Ursprung auch im Dünndarm. Das Eiweiß liegt in Aminosäuren vor, die unterschiedliche Qualitäten aufweisen können. Auch diese werden in unterschiedlicher Art und Geschwindigkeit verdaut.
Auch Mineralstoffe sind für das Tier enorm wichtig. Hier sind Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium, Kalium, Eisen, Zink, Kupfer, Kobalt, Mangan, Molybdän, Jod und Selen zu erwähnen. Nachfolgend eine Tabelle über die einzelnen Spurenelemente deren Aufgaben, Vorkommen und Mangelerscheinungen.
Nähere Informationen über Spurenelemente in der Fütterung erhalten Sie hier als PDF: öffnen
Bei der Fütterung ist es auch wichtig darauf zu achten das die Fütterung dem Bedarf der Tiere angepaßt wird. Ein höherer Bedarf der Tiere liegt bei Wachstum, Deckeinsatz, Trächtigkeit und Milchbildung vor. So kann der Bedarf in einer Herde recht unterschiedlich sein. Um den Ansprüchen der Tiere gerecht zu werden ist es sinnvoll die Tiere zu trennen oder getrennt zu Füttern. In dem folgenden Diagramm wurde der Bedarf einer Stute abgeschätzt.
Im Monat 0 wurde das Fohlen abgesetzt und im Monat 7 erfolgte die Geburt. So wird deutlich das zur Zeit des Absetzen des Fohlens ein geringerer Bedarf besteht und im Zeitabschnitt zur Geburt ein höherer. Das hängt natürlich auch mit dem zusammen wie schnell die Stute wieder trächtig wird und wann die Fohlen abgesetzt werden. Doch eine Tendenz kann man schon erkennen. Wie reagiere ich nun darauf ? Ich denke man sollte zu den Zeiten in denen ein hoher Bedarf besteht, Futter mit einer höheren Verdaulichkeit anbieten. Da der Rohfasergehalt mit zunehmender Verdaulichkeit (Nährstoffkonzentration) sinkt, sollte man aufpassen das trotzdem noch genügend Rohfaser vorhanden ist (wiederkauen). Die Verdaulichkeit der Ration läßt sich durch jüngeres Gras, Heu, Öhmd...erhöhen, aber auch Zusatzfutter steigern die Nährstoffkonzentration des Futters. So ist es relativ einfach den unterschiedlichen Bedarf über das Zusatzfutter anzupassen. Jedoch muß hierbei auch die Verdaulichkeit des Grundfutters (Gras, Heu, ..) berücksichtigt werden.
Wirtschaftlichkeit   nach oben
Bei dieser Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde folgendermaßen vorgegangen. Als erstes wurde ein Deckungsbeitrag pro Stute ermittelt d.h. der Ertrag abgeschätzt und die variablen Kosten (Kosten die sich mit Produktionsumpfang ändern) abgezogen. Ich möchte auch an dieser Stelle erwähnen das die Wertansätze der Tiere sehr schwierig zu ermitteln sind. So können hier auch enorme Differenzen auftreten.
Danach wurden die festen Kosten des Grundfutters, Maschinen, Gebäude, Arbeit und sonstige Gemeinkosten abgezogen. So erhält man einen Gewinn von € je Tier. Siehe Folie 1 und Folie 2.
Risikoanalyse   nach oben
Bei der Risikoanalyse möchte ich versuchen festzustellen wie weit der Preis der Tiere sinken kann um immer noch rentabel wirtschaften zu können. Das heißt das alle eingesetzte Produktionsfaktoren (Boden, Arbeit, Kapital) entlohnt werden können. Hierbei wird versucht den Ertrag so weit abzusenken, (Preisverfall) um immer noch eine festgelegte Mindestentlohnung zu bekommen. Siehe Folie 1 und Folie 2.
Durch den angenommenen Preisverfall von 70% wurde auch die Bestandesergänzung (das ersetzen von Alttieren durch Junge) und die Decktaxen günstiger.
Investiert wurde bis auf Weidezaun (10 000 €) und Stall (10 000€) hauptsächlich in Tiervermögen. So erhält man Festkosten (ca.500€) die hauptsächlich aus der Abschreibung des Tiervermögens bestehen.
Außerdem wurde im Bereich der Gemeinkosten Telefon, Bürobedarf, Werbung, usw. mit einkalkuliert.
Fazit: Trotz eines Preisrückgangs von 70% können noch Stundenentlohnungen von 10 Euro erreicht werden. Dies ist für landwirtschaftliche Verhältnisse noch relativ gut und zeigt das enorme Reserven in der Kalkulation vorhanden sind.
Zukunftsaussichten   nach oben
Ich denke das die Investition in Alpakas vergleichbar ist mit einer Investition in eine Aktie. Man hat ein höheres Risiko, aber auch enorme Gewinnchancen.
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